Februar 26

Nase voll

Andersdenken, Digitalisierung

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Jetzt ist Schluss - Wir haben die Nase voll!


Jetzt muss die Politik eingreifen!


Vor ein paar Tagen fiel mir ein Beitrag der Handwerk.com auf.

“Das Handwerk hat die Nase voll von Bürokratie”.  

Ein Katalog von 52 Forderungen an die Politik, es müssen wieder einmal die Politiker ran.

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Erstaunlicherweise waren viel Likes auf diesem Bericht in FB, sodass ich mir das Ganze einmal genauer angeschaut habe. Zugegeben, ja da werden viele Themen angesprochen, die eine erhöhte Bürokratie für das Handwerk bedeuten und damit als Belastung angesehen werden. Einige dächten ans Aufhören, andere Betrieb finden deshalb keine Nachfolger und Gründer schreckt diese Bürokratie sogar ab, so weiter im Bericht.

Doch wie immer gib es zwei Seiten einer Münze.

Wenn ich mit Inhaber von Handwerksbetrieben (im Übrigen betrifft diese Bürokratie nicht nur das Handwerk, sondern auch Gewerbetriebe) darüber spreche, geht ein Stöhnen daher und das Ganze wachse einem über den Kopf, das sind klassische Antworten. Schaut man doch etwas näher hin, sind es meist die Betriebe, die mit Ihrer Struktur noch aus dem letzten Jahrhundert Ihr Dasein bestreiten.

 

Warum ändern, die Auftragsbücher sind  voll, also mache ich doch alles richtig!

Die "alte Welt" - eine Seite der Münze

Excel-Tabellen, große Schränke mit DIN4 Ordner, Fax und sogar  Röhrenmonitor kann sieht man, da auf dem ein oder anderen Büroschreibtisch. Das bestätigt sich auch, wenn man mit den Inhabern spricht und Ihm eine Frage stellt:

”Was würden Sie den mit der so gewonnen Zeit anstellen, wenn man für all das eine sinnvolle Lösung findet?” 


Vielorts lautet die  Antworten  “Endlich wieder mehr Zeit Aufträge abzuarbeiten, wir finden ja kaum Facharbeiter, alles muss man selber erledigen!” 


Der Altag der "Alten Welt":


  • Der Chef fährt zur  Baustelle und macht das Aufmaß
  • Der Chef kontrolliert die Transporter, ob der Handwerker auch alle Kleinteile an Bord hat, bevor er zum Kunden fährt
  • Digital sind meist nur die Privattelefone der Mitarbeiter, schließlich soll der Mitarbeiter arbeiten, satt FB zu schauen
  • E-Mail-Adressen enden oft noch mit Mustermann@t-Online.de und die Webseite, sofern vorhanden begrüßt den Kunden mit
    “Hallo. Schön das Sie uns gefunden haben”
  • Die Mitarbeiter haben keinen oder nur geringen Einblick in die Angebote, wissen also meistens auch nicht was wirklich auf der Baustelle verbaut oder repariert werden soll - Kundenberatung, ein Fremdwort!
  • Stundenzettel werden händisch ausgefüllt und am besten Freitags abgegeben
  • die Rechnung erreichen den Kunden dann Tage später, wenn auch alle Kleinteile ins System eingegeben wurden. Manchmal auch Monate später!
  • Ein Abgleich Angebot und Ist-Stand erfolgt dann, wenn mal wieder mehr Zeit dazu ist
  • Aus - und Weiterbildung, ja aber erst mal alle Aufträge abarbeiten
  • Facharbeiter, die sich doch einmal auf eine Bewerbung hin vorstellen haben, werden abgelehnt mit Argumentationen wie  "Total überhöhte Vorstellung von Gehalt, Urlaub und Weiterbildung"

Die "Neue Welt" oder zweite Seite der Münze

Anders denken bringt andere Ergebnisse!


Schaut man sich dann Betriebe an, die das Thema Digitalisierung in Ihrer Firmenleitbild  führen (schließlich schreiben wir das Jahr 2020), dann ergibt sich dort ein ganz anders Bild. Auch diese Firmen benötigen einen erhöhten Aufwand, aber nur am Anfang. Denn die Firmeninhaber dieser Betrieb haben es verstanden, das man im 21. Jahrhundert anders denken muss, um auf Erfolgskurs zu schwimmen.


Vieler dieser Firmen, wo der Firmeninhaber oder die Mitarbeiter regelmäßig an Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung, New Work, oder ähnlichem teilnehmen

(hier nur eine kleine Auswahl Kompetenzzentrum Digitales Handwerk

IHK-Veranstaltungen zu Themen wie "Reverse Innovation Design"

Überregionale Veranstaltungen wie Barcamps) zeigen, wie es auch anders geht.

Die "Neue Welt" 


  • Viele Teile der Firma laufen auf Autopilot, ständig wiederkehrende Prozesse sind automatisiert
  • die Firmeninhaber arbeiten viel mehr AM statt ständig im Unternehmen, man trifft Ihn öfters auf Netzwerkveranstaltungen, Messen und Vorträgen
  • der Firmeninhaber kennt die 3 Stufen des Unternehmers: Facharbeiter-Manager-Unternehmer und weis, wann er welche Rolle einnimmt 
  • Die Mitarbeiter nutzen Tablets, Mobil und elektronische Helfer auf der Baustelle oder im Unternehmen
  • durchgehend  Prozesse vom Angebot bis hin zur Rechnungserstellung (elektronische Stundenzettel, Rechnungen oder Serviceprotokolle)
  • Im Servicefahrzeug sind die Teile, die beim Kunden benötigt werden
  • Angebotserstellung und Abrechnung laufen zeitgleich
  • Aus - und Fortbildung bei Mitarbeiter ist ein ganz normaler Prozess
  • Mitarbeiter der Firma berichten in FB, LinkedIn oder Xing über ihren Firmenalltag
  • gemeinsame Veranstaltung führen zu einem WIR
  • Facharbeitermangel kenne diese Firmen selten

Die Münze hat also zwei Seiten!

Viel Betrieb arbeiten immer noch mit Geschäftsmodellen, die bereits der Gründer einmal festgelegt hat, seit langer Zeit nicht mehr hinterfragt oder angepasst wurden. Dabei bleibt dann leider vieles auf der Strecke. 


Zum Glück sind die Auftragsbücher bei vielen Unternehmen, wie der Baubranche noch üppig gefüllt. Aber auch das ist nur noch eine Frage der Zeit und dann werden die Firmen der ersten Kategorie sich nur noch über den Preis verkaufen und die gut gefüllte Kriegskasse wird sich schnell leeren. Damit sind diese Firmen in der Preisspirale gefangen, fehlende Kompetenzen, wie Digitalisierung, innovative Facharbeiter und alte Strukturen sorgen für den Rest.


Kommen wir also noch mal auf den Beitrag der Handwerk.com zurück. “Das Handwerk hat die Nase voll von Bürokratie”.


Bevor man wieder einmal das Problem bei anderen sucht, sollte man verstehen lernen, dass sich da draußen die Welt rasant verändert. Das Problem bei andern suchen, dafür ist keine Zeit mehr.

Ihre Zukunft hat zwei Seiten.
Zusehen, wie sich die Welt da draußen verändert - oder als Unternehmer etwas UNTER-NEHMEN und die Zukunft aktiv mitgestalten. Nie waren die Marktchancen besser als jetzt!

About the author 

Helmut Eberz

Mein Name ist Helmut Eberz und als Sparringpartner helfe ich Inhabern des produzierenden Gewerbes bei ihren alltäglichen Herausforderungen. Mein Motto: „Der technologische Wandel ist keine Bedrohung, sondern eine riesige Chance für die Unternehmer, die es verstanden haben!“

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